Beckenschmerzen nach der Geburt

Beckenschmerzen nach der Geburt

Nach der Geburt können Beckenschmerzen in der Leiste, rund um die Beckenknochen, am Steißbein oder am Damm auftreten. Sie können sich beim Gehen, Treppensteigen, Umdrehen im Bett oder beim Tragen Ihres Babys verstärken. Manchmal halten Beckengürtelschmerzen, die in der Schwangerschaft begonnen haben, nach der Geburt an; manchmal treten andere Beschwerden auf, die mit der Geburt und der Gewebeheilung zusammenhängen. Deshalb wird bei der Untersuchung neben dem Ort des Schmerzes und seinem Zusammenhang mit Alltagsbewegungen auch der Geburtsverlauf berücksichtigt. Die Physiotherapeutin beurteilt Bewegung, Atmung, Rumpfkontrolle, Muskelkraft und Entspannungsfähigkeit je nach Ihrem Bedarf und erstellt daraus einen Plan.
Tuğçe Atalay

Beckenschmerzen nach der Geburt: Ursachen und physiotherapeutische Untersuchung

Wo der Beckenschmerz sitzt und wie er mit Alltagsbewegungen zusammenhängt

Der Schmerz kann in der Leiste, vorne am Becken, rund um die Hüfte, im unteren Rücken oder am Steißbein zu spüren sein. Die Physiotherapeutin beurteilt, wie sich der Schmerz bei Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen, Umdrehen im Bett und Tragen des Babys verändert. So richtet sich der Rehabilitationsplan nicht nur auf die schmerzende Stelle, sondern auch auf die Bewegungen, die Ihnen im Alltag schwerfallen.

Untersuchung von Muskel-, Gelenk- und Beckenbodenfunktion

Bei der Untersuchung werden Kraft, Koordination und Entspannungsfähigkeit der Rumpf-, Hüft- und Beckenbodenmuskulatur betrachtet. Es wird geprüft, wie Becken und Rumpf die Last bei Bewegungen verteilen; eine Beckenbodenuntersuchung erfolgt entsprechend Ihren Beschwerden und mit Ihrer Einwilligung. Auch die Art der Geburt, Geburtsverletzungen und der Heilungsverlauf fließen in die Untersuchung ein.

Individuelle Rehabilitation bei Beckenschmerzen

Der Physiotherapieplan umfasst Übungen, die Ihre Belastbarkeit bei Bewegungen steigern, Alltagsaktivitäten anpassen und die Koordination von Rumpf, Hüfte und Beckenboden verbessern. Art und Schwierigkeit der Übungen werden schrittweise an Ihre Beschwerden angepasst. Bei Beckengürtelschmerzen gehört die physiotherapeutische Untersuchung zu den in klinischen Leitlinien genannten Ansätzen.

Häufig und gut behandelbar

Eine Übersichtsarbeit aus drei Studien zu Beckengürtelschmerzen, die in der Schwangerschaft begonnen hatten, berichtet, dass etwa jede dritte betroffene Frau auch 3 Monate nach der Geburt noch Beschwerden hatte; bei etwa 9 von 100 Frauen bestanden die Schmerzen noch nach 2 Jahren.

"Wenn ich mein Baby trage, spüre ich Druck vorne am Becken."
"Wenn ich spazieren gehe, schmerzen meine Hüfte und mein Steißbein."
"Beim Umdrehen im Bett bekomme ich Leistenschmerzen."

Beckenschmerzen nach der Geburt FAQ

Ja. Schmerzen beim Gehen, Umdrehen im Bett, Treppensteigen oder Stehen auf einem Bein können mit der Funktion des Beckengürtels und der umliegenden Muskulatur zusammenhängen. Die Physiotherapeutin beurteilt die schmerzverstärkenden Bewegungen sowie Ihre Rumpf- und Hüftkontrolle bei Bewegung und erstellt einen passenden Plan für Sie.

Nicht bei jedem Beckenschmerz ist es sinnvoll, sofort mit Beckenbodenübungen zu beginnen. Neben der Muskelkraft werden auch die Entspannungsfähigkeit und die Koordination mit anderen Muskelgruppen beurteilt. Die Übungen sollten nach einer physiotherapeutischen Untersuchung entsprechend Ihren Beschwerden ausgewählt werden.

Sie müssen nicht unbedingt jede Aktivität ganz aufgeben; Belastungen und Bewegungen, die den Schmerz deutlich verstärken, sollten jedoch vorübergehend angepasst werden. Die Physiotherapeutin hilft Ihnen, Tätigkeiten wie das Tragen des Babys, das Heben vom Boden und den Wiedereinstieg in den Sport an Ihre aktuelle Belastbarkeit anzupassen.

Tuğçe Atalay

Autorin: , Physiotherapeutin

Zuletzt aktualisiert:

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt und Ihre Physiotherapeutin bzw. Ihren Physiotherapeuten.

Nach oben