Beckenorgansenkung nach der Geburt

Bei einer Beckenorgansenkung verlagern sich Organe wie Blase, Gebärmutter oder Darm in Richtung Scheide. Nach der Geburt können ein Völlegefühl oder Druck nach unten in der Scheide oder eine tastbare Vorwölbung auffallen. Diese Symptome können sich im Tagesverlauf, nach langem Stehen oder bei körperlicher Aktivität verändern. Im physiotherapeutischen Befund werden die Beschwerden, die Geburtsgeschichte und der Zusammenhang mit Alltagsaktivitäten betrachtet; außerdem werden Kraft, Entspannung und Koordination von Atmung, Bauchwand und Beckenbodenmuskulatur untersucht. Der Physiotherapieplan umfasst je nach Symptomen und Zielen Beckenbodentraining, Druckmanagement, Biofeedback und eine schrittweise Rückkehr zu Alltagsaktivitäten.
Tuğçe Atalay

Beckenorgansenkung nach der Geburt: Symptome und physiotherapeutischer Befund

Druck und Senkungsgefühl im Becken nach der Geburt

Bei einer Beckenorgansenkung können Blase, Gebärmutter oder Darm ihren Halt verlieren und sich in Richtung Scheide senken. Nach der Geburt kann Ihnen ein Völle- oder Druckgefühl in der Scheide, ein Ziehen nach unten oder eine tastbare Vorwölbung am Scheideneingang auffallen.

Wie können Senkungsbeschwerden nach der Geburt den Alltag beeinflussen?

Bei manchen Frauen nimmt das Druckgefühl nach langem Stehen oder im Laufe des Tages zu. Auch beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr können Veränderungen auftreten. Die Stärke der Beschwerden ist individuell verschieden; allein anhand der Empfindungen lassen sich Art und Grad der Senkung nicht bestimmen.

Befund und Unterstützung durch Beckenbodenphysiotherapie

Im physiotherapeutischen Befund werden Ihre Beschwerden, Ihre Geburtsgeschichte sowie Anspannung, Entspannung und Ausdauer der Beckenbodenmuskulatur betrachtet. Je nach Befund werden Übungen, Atemarbeit und Anpassungen der Alltagsaktivitäten geplant. Das britische NICE empfiehlt, bei Frauen mit Beschwerden ein angeleitetes Beckenbodentraining in Betracht zu ziehen.

Häufig und gut behandelbar

In einer Studie, die 300 Erstgebärende begleitete, wurde eine bei der Untersuchung festgestellte Beckenorgansenkung zu verschiedenen Kontrollzeitpunkten bei 0 bis 10 von 100 Frauen gefunden.

"Am Ende des Tages spüre ich einen Druck nach unten in der Scheide."
"Ich habe am Scheideneingang eine tastbare Vorwölbung bemerkt."
"Seit der Geburt hat sich verändert, wie ich Blase oder Darm entleere."

Beckenorgansenkung nach der Geburt FAQ

Dieses Gefühl kann bei einer Beckenorgansenkung auftreten, reicht allein aber nicht für eine Diagnose. Auch der Heilungsprozess des Gewebes nach der Geburt oder andere Beckenbodenprobleme können ähnliche Empfindungen verursachen.

Die Symptome können kurz nach der Geburt auffallen oder sich mit der Zeit deutlicher zeigen. Für den Befund ist nicht nur wichtig, wann sie begonnen haben, sondern auch, in welchen Situationen sie zunehmen und wie sie Ihren Alltag beeinflussen.

Zunächst sprechen wir über Ihre Geburts- und Krankengeschichte, darüber, wann das Druckgefühl zunimmt, und über Ihre Blasen- und Darmfunktion. Danach werden Kraft, Entspannung und Koordination der Beckenbodenmuskulatur beurteilt.

Sie müssen nicht auf jede Form von Sport verzichten; welche Bewegungen für Sie geeignet sind, hängt jedoch von Ihren Beschwerden ab. Wenn Druck, Schweregefühl oder ein Vorwölbungsgefühl in der Scheide bei Aktivität zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, um Art und Intensität des Trainings zu überprüfen.

Um zu klären, worum es sich bei der Vorwölbung handelt, ist eine ärztliche Untersuchung nötig. Wenn Sie dabei Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang haben, erwähnen Sie das unbedingt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei Senkungsbeschwerden richten sich nach Ihren Beschwerden und dem Untersuchungsbefund; in manchen Fällen kann die Ärztin oder der Arzt auch Möglichkeiten wie ein vaginales Stützpessar in Betracht ziehen.

Tuğçe Atalay

Autorin: , Physiotherapeutin

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Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt und Ihre Physiotherapeutin bzw. Ihren Physiotherapeuten.

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