Häufig gestellte Fragen

Physiotherapie vor der Schwangerschaft

Zunächst geht es um Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, frühere Geburten, Ihre Familienplanung und eventuelle Beschwerden. Anschließend werden die Funktion Ihrer Beckenbodenmuskulatur, Ihre Atmung und das Zusammenspiel von Bauch und Becken sowie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen in dieser Region beurteilt. Auf Grundlage der Befunde wird ein passender Therapieplan für Sie erstellt.

Wenn die Untersuchung einen Bedarf zeigt, kann manuelle Therapie eingesetzt werden. Wie sie gestaltet wird, richtet sich nach Verspannungen und Bewegungseinschränkungen im Beckenbereich sowie nach Ihrem Wohlbefinden.

Bei der Uterusmobilisation wird die Beweglichkeit der Gebärmutter und des umliegenden Gewebes im Rahmen der physiotherapeutischen Untersuchung beurteilt und – wenn es sinnvoll ist – mit manuellen Techniken behandelt. Die Behandlung wird nach Ihren individuellen Bedürfnissen geplant.

Nein. Eine innere Untersuchung kommt nur infrage, wenn sie notwendig ist; die Physiotherapeutin erklärt Ihnen vorher, warum und wie sie durchgeführt wird. Dafür wird Ihre Zustimmung eingeholt.

Der Plan richtet sich nach Ihrer Vorgeschichte, der Beckenbodenuntersuchung, Ihren Beschwerden und Ihrer Familienplanung. Neben manueller Therapie werden je nach Bedarf auch Übungen sowie Atem- und Entspannungsarbeit in das Programm aufgenommen.

Rücken- und Hüftschmerzen in der Schwangerschaft

Schmerzen im unteren Rücken und im Beckenbereich sind in der Schwangerschaft häufig. Das heißt aber nicht, dass Sie damit leben müssen. Wenn die Schmerzen Ihren Alltag, das Gehen oder Ihren Schlaf beeinträchtigen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und fragen Sie nach einer physiotherapeutischen Untersuchung.

Beckengürtelschmerzen treten im unteren Rücken, rund um die Hüften, in der Leiste oder in den Oberschenkeln auf. Typisch ist, dass sie beim Umdrehen im Bett, Treppensteigen, Gehen oder Spreizen der Beine zunehmen. Für eine sichere Beurteilung ist eine Untersuchung notwendig.

Zunächst wird besprochen, wo die Schmerzen sitzen, wann sie begonnen haben und welche Bewegungen sie verstärken. Die Physiotherapeutin beurteilt Ihre Bewegungen und die Funktion des Rücken-Hüft-Bereichs und stimmt anschließend Übungen und Alltagstipps auf Ihre Bedürfnisse ab.

Die Auswahl der Übungen sollte sich nach Ihrer Schwangerschaftswoche (SSW), Ihrem Gesundheitszustand und den Bewegungen richten, die die Schmerzen verstärken. Ihre Physiotherapeutin zeigt Ihnen, wie Sie Bewegungen anpassen können. Wenn bei Ihnen eine besondere gesundheitliche Situation in der Schwangerschaft besteht, besprechen Sie den Übungsplan auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn die Schmerzen zunehmen, Ihre Bewegungen deutlich einschränken oder Ihren Alltag erschweren, können Sie sich frühzeitig untersuchen lassen. Passende Empfehlungen und ein Behandlungsplan in einem frühen Stadium erleichtern den Umgang mit den Schmerzen und helfen Ihnen, aktiv zu bleiben.

Steißbeinschmerzen in der Schwangerschaft

Schwangerschaft und Geburt gehören zu den möglichen Ursachen von Steißbeinschmerzen. Wie stark die Schmerzen sind und wie sehr sie Ihren Alltag beeinflussen, ist jedoch individuell verschieden; wenn sie Sitzen, Gehen oder Schlafen erschweren, können Sie sich zur Abklärung an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme wenden.

Langes Sitzen, besonders auf harten Flächen, sowie Hinsetzen und Aufstehen, Vorbeugen und Treppensteigen können die Schmerzen verstärken. Da die auslösenden Bewegungen individuell verschieden sind, hilft es bei der Untersuchung, wenn Sie beobachten, in welchen Situationen die Schmerzen zunehmen.

Versuchen Sie, nicht lange in derselben Position zu sitzen, stützen Sie beim Sitzen Ihren unteren Rücken und verwenden Sie ein geeignetes Sitzkissen, das den Druck auf das Steißbein verringert. Auch Seitenlage kann den Druck auf diese Region reduzieren.

Die Physiotherapeutin erfragt, wann die Schmerzen begonnen haben, welche Bewegungen sie verstärken und wie sie Ihren Alltag beeinflussen. Anschließend werden Ihre Haltung, Ihre Bewegungen und Ihre Beckenbodenmuskulatur untersucht, um passende Übungen und Alltagstipps für Sie festzulegen.

Ein Teil der Beckenbodenmuskulatur setzt am Steißbein an. Eine zu hohe Spannung dieser Muskeln kann bei manchen Frauen die Empfindlichkeit in dieser Region beeinflussen; bei der Untersuchung wird deshalb sowohl die Anspannungs- als auch die Entspannungsfähigkeit der Muskeln beurteilt.

Lassen Sie sich untersuchen, wenn die Schmerzen seit mehreren Wochen bestehen, zunehmen oder Ihre Alltagsaktivitäten einschränken. Wenn Steißbeinschmerzen mit Fieber oder anderen Schmerzen im Bauch- oder Rückenbereich einhergehen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Beckenschmerzen in der Schwangerschaft

Schmerzen im Beckenbereich können in der Schwangerschaft auftreten; starke Schmerzen oder Schmerzen, die Ihre Bewegungen einschränken, sollten Sie jedoch nicht ignorieren. Wenn die Schmerzen Ihren Alltag, das Gehen oder Ihren Schlaf beeinträchtigen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und fragen Sie nach einer physiotherapeutischen Untersuchung.

Die Schmerzen können in der Leiste, vorne am Becken, an den Hüften, im unteren Rücken oder ausstrahlend in die Oberschenkel auftreten.

Die Physiotherapeutin beurteilt zunächst Ihre Beschwerden und die Bewegungen, die die Schmerzen verstärken. Anschließend wird gemeinsam an der Anpassung von Alltagsaktivitäten, an Übungen und Bewegungsstrategien gearbeitet; der Plan wird an Ihre Schwangerschaftswoche (SSW) und Ihre Bedürfnisse angepasst.

Statt ganz auf Bewegung zu verzichten, kann es sinnvoll sein, die schmerzverstärkenden Aktivitäten zu erkennen und ihre Dauer oder Ausführung anzupassen. Welche Übungen für Sie geeignet sind, klären Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Physiotherapeutin und der Fachperson, die Ihre Schwangerschaft betreut.

Harninkontinenz in der Schwangerschaft

Harninkontinenz kann in der Schwangerschaft auftreten, das heißt aber nicht, dass jede Frau sie erlebt. Wenn die Beschwerden wiederkehren oder Sie beim Sport oder im Alltag einschränken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und informieren Sie sich über Beckenbodenphysiotherapie.

Husten und Niesen erhöhen kurzzeitig den Druck im Bauchraum. Wenn die Beckenbodenmuskulatur nicht schnell genug auf diesen Druck reagiert, können einige Tropfen Urin verloren gehen; das nennt man Belastungsinkontinenz.

Beckenbodentraining (Kegel-Übungen) ist für viele Frauen geeignet. Wichtig ist jedoch, die richtigen Muskeln anzusteuern und sie auch vollständig entspannen zu können. Die Physiotherapeutin beurteilt Ihre Muskelfunktion und zeigt Ihnen, ob die Übungen für Sie geeignet sind und wie Sie sie ausführen. Das NICE empfiehlt bei Belastungs- oder Mischinkontinenz ein angeleitetes Beckenbodentraining.

Die Physiotherapeutin fragt, in welchen Situationen Urin verloren geht, seit wann das so ist und wie es Ihren Alltag beeinflusst. Bei der Untersuchung werden Anspannung, Entspannung und Koordination Ihrer Beckenbodenmuskulatur beurteilt.

Verstopfung in der Schwangerschaft

Ja, Verstopfung gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Hormonelle Veränderungen können die Darmtätigkeit verlangsamen; auch Eisenpräparate und veränderte Alltagsgewohnheiten können eine Rolle spielen.

Es kann helfen, ballaststoffreiches Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte nach und nach in die Ernährung aufzunehmen, ausreichend zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen, sofern es für Ihre Schwangerschaft geeignet ist. Wenn Sie mehr Ballaststoffe essen, trinken Sie auch mehr Wasser.

Nicht jedes Medikament ist in der Schwangerschaft gleichermaßen geeignet. Wenn Ernährung und Alltagsgewohnheiten keine Besserung bringen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Hebamme oder Ihre Apotheke, bevor Sie ein Abführmittel einnehmen.

Manchen Frauen fällt es schwer, beim Stuhlgang die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen oder mit der Atmung zu koordinieren. Die Physiotherapeutin beurteilt Ihre Toilettenhaltung, Ihre Atmung und die Entspannungsfähigkeit Ihres Beckenbodens und gibt Ihnen passende Empfehlungen.

Wenn die Verstopfung lange anhält, deutliche Beschwerden verursacht oder mit starken Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl einhergeht, wenden Sie sich an die Fachperson, die Ihre Schwangerschaft betreut. Wenn Sie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, erwähnen Sie die Verstopfung ebenfalls bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft entstehen, wenn die Gefäße rund um den After anschwellen. Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang können zusammen mit dem erhöhten Druck im Bauchraum während der Schwangerschaft die Beschwerden verstärken.

Möglich sind Juckreiz, Empfindlichkeit, Schmerzen oder eine tastbare Schwellung am After. Nach dem Stuhlgang kann hellrotes Blut sichtbar sein.

Mehr ballaststoffreiche Lebensmittel, ausreichend Flüssigkeit und schwangerschaftsgerechte Bewegung können helfen, Verstopfung vorzubeugen. Wichtig ist auch, den Stuhldrang nicht hinauszuzögern und langes Pressen zu vermeiden.

Nicht jedes Produkt ist in der Schwangerschaft gleich zu bewerten. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Hebamme oder Ihre Apotheke, bevor Sie eine Salbe, Zäpfchen oder ein anderes Medikament verwenden.

Die Physiotherapeutin beurteilt Ihre Toilettengewohnheiten, Ihre Atmung beim Stuhlgang und die Entspannungsfähigkeit Ihres Beckenbodens. Bei Bedarf unterstützt sie Sie mit Empfehlungen zur Sitzposition auf der Toilette und zur Verringerung des Pressens dabei, den Darm leichter zu entleeren.

Ödeme und Beinschmerzen in der Schwangerschaft

Leichte, beidseitige Schwellungen an Füßen und Knöcheln können besonders in der späteren Schwangerschaft auftreten. Wenn die Schwellung jedoch plötzlich zunimmt, auch Gesicht und Hände betrifft oder von weiteren Beschwerden begleitet wird, informieren Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

In der Schwangerschaft können Krämpfe oder Schmerzen in den Beinen auftreten. Regelmäßige, leichte Bewegung – vor allem das Bewegen der Fußgelenke – unterstützt die Durchblutung und hilft, Krämpfe zu lindern.

Versuchen Sie, nicht lange in derselben Position zu bleiben, im Laufe des Tages kurze Spaziergänge zu machen und im Sitzen die Fußgelenke sanft zu bewegen. Auch das Hochlegen der Beine in einer bequemen Position beim Ausruhen kann guttun. Wenn die Beschwerden anhalten, lassen Sie sich aber unbedingt untersuchen.

Beckenbodenphysiotherapie in der Schwangerschaft

Wenn Sie unter Urin- oder Stuhlverlust, Beckenschmerzen, einem vaginalen Druckgefühl oder Schwierigkeiten beim Anspannen und Entspannen der Muskeln leiden, können Sie sich untersuchen lassen. Aber auch ohne Beschwerden können Sie sich physiotherapeutisch beraten lassen, um Ihren Beckenboden auf die Geburt vorzubereiten.

Die Physiotherapeutin hört sich zunächst Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, den bisherigen Schwangerschaftsverlauf, Ihre Beschwerden und Erwartungen an. Anschließend wird die Funktion Ihrer Beckenbodenmuskulatur zusammen mit Atmung, Bauchmuskulatur und Bewegungsgewohnheiten beurteilt. Die Muskelfunktion wird mit einem EMG-Biofeedback-Gerät überprüft.

Beckenbodentraining (Kegel-Übungen) zielt auf das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur ab, doch das Entspannen dieser Muskeln ist genauso wichtig. Wenn Sie beim Üben Schmerzen oder übermäßige Anspannung spüren oder unsicher sind, ob Sie die Muskeln richtig ansteuern, holen Sie sich physiotherapeutische Unterstützung.

Nein. Bei der Untersuchung werden nicht nur die Kraft, sondern auch die Entspannungsfähigkeit, die Ausdauer und das Zusammenspiel mit der Atmung berücksichtigt. Je nach Bedarf kommen Anspannungs- und Entspannungsübungen, Atemübungen, EMG-Biofeedback, Bewegungsanpassungen oder manuelle Therapie zum Einsatz; nicht jede Frau bekommt dieselben Übungen.

Nicht jede Schwangere ohne Beschwerden braucht eine physiotherapeutische Untersuchung. Wenn es Ihnen jedoch schwerfällt, Ihre Beckenbodenmuskulatur wahrzunehmen oder zu entspannen, Sie früher Beckenbodenbeschwerden hatten oder sich individuelle Übungsempfehlungen für die Schwangerschaft wünschen, kann eine Untersuchung auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden.

Je nach Untersuchungsbefund werden manuelle Techniken für das Gewebe von Bauch, Hüfte oder Beckenbereich in Ihren Therapieplan aufgenommen. Art der Technik und Lagerung richten sich nach Ihrer Schwangerschaftswoche (SSW), Ihren Beschwerden und Ihrem Wohlbefinden.

Eine feste Anzahl an Sitzungen, die für alle gilt, gibt es nicht. Wie häufig Sie kommen, wird gemeinsam festgelegt – abhängig von Ihren Beschwerden, den Untersuchungsbefunden, eventuellen Schwierigkeiten bei den Übungen und Ihren Fortschritten.

Schwangerschafts-Pilates

Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sport erlaubt hat, müssen Sie nicht auf eine bestimmte Woche warten. Wenn Sie bisher keinen Sport gemacht haben, beginnen Sie am besten mit kurzen, leichten Einheiten.

Ja. Beim Schwangerschafts-Pilates werden die Übungen an Ihre Schwangerschaftswoche, Ihre Energie und Ihre Beschwerden angepasst; Übungen, die den Druck im Bauchraum erhöhen oder langes Liegen auf dem Rücken erfordern, werden abgewandelt.

Ja. Nach der Erstuntersuchung kann Ihr Programm auch in Online-Einheiten fortgesetzt werden; wenn Sie nicht in Istanbul wohnen, können Sie sich online begleiten lassen.

Geburtsvorbereitung

Im Kurs geht es darum, wie sich das Zwerchfell beim Ein- und Ausatmen bewegt und wie es mit der Beckenbodenmuskulatur zusammenspielt. Mit Übungen zur Körperwahrnehmung lernen Sie, diese Bewegungen zu spüren, und erfahren, wie Sie Atmung, Beckenboden und andere Körperbereiche während der Wehen einsetzen können.

Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell; der Beckenboden folgt dieser Bewegung, indem er sich dehnt und entspannt. Beim Ausatmen steigt das Zwerchfell wieder nach oben, und der Beckenboden kehrt in seine Ausgangsposition zurück. Im Kurs hören Sie nicht nur davon, sondern lernen, dieses Zusammenspiel in Ihrem eigenen Körper wahrzunehmen.

Eine Wehe ist die Arbeit der Gebärmuttermuskulatur; Sie müssen den Beckenboden nicht bei jeder Wehe zusätzlich anspannen. Im Kurs üben wir, während der Wehe weiterzuatmen, ohne die Luft anzuhalten, und den Beckenboden so weich wie möglich werden zu lassen. Auch die Geburtsphase und die Anleitung Ihres Behandlungsteams bestimmen, was Sie in diesem Moment tun.

Es gibt keine Atemtechnik, die für alle gleich gut passt. Im Kurs üben wir, Ihren Atem wahrzunehmen, ohne Anhalten weiterzuatmen und eine Art des Ausatmens zu finden, die sich für Sie angenehm anfühlt. Atem- und Entspannungstechniken können während der Geburt nach eigener Vorliebe eingesetzt werden.

In der Pressphase wirken die Wehen der Gebärmutter und der Pressdrang des Körpers zusammen. Im Kurs konzentrieren wir uns darauf, die Beckenbodenmuskulatur kennenzulernen und das Loslassen zu erfahren; bei der Geburt selbst richten sich Zeitpunkt und Art des Pressens nach den Signalen Ihres Körpers und der Anleitung Ihres Behandlungsteams.

Ja. Indem Sie verschiedene Positionen und Bewegungen ausprobieren, können Sie beobachten, in welchen sich Ihr Körper wohler fühlt. Bewegung und Positionswahl während der Geburt können je nach Ihrem momentanen Bedürfnis, Ihrem Gesundheitszustand und den Empfehlungen Ihres Geburtsteams variieren.

Nein. Indem Sie verschiedene Positionen und Bewegungen ausprobieren, entdecken Sie, in welchen sich Ihr Körper wohler fühlt. Während der Geburt richtet sich die Positionswahl nach Ihrem momentanen Bedürfnis, Ihrem Gesundheitszustand und den Empfehlungen Ihres Geburtsteams.

Nein. Im Kurs geht es darum, die Muskulatur zu spüren, sie bei Bedarf anzuspannen und anschließend wieder loslassen zu können. Denn für die Geburtsvorbereitung ist es umfassender, die Funktion des Beckenbodens zu verstehen, als nur das Anspannen zu üben.

Beckenbodentraining nach der Geburt

Zunächst sprechen wir über Ihre Geburtsgeschichte, Ihren Heilungsverlauf und die Beschwerden, wegen derer Sie kommen. Anschließend werden Ihre Atmung, die Fähigkeit von Bauch- und Beckenbodenmuskulatur, sich anzuspannen und zu entspannen, sowie Ihre Alltagsbewegungen beurteilt. Der Befund richtet sich nach den Symptomen, die Sie schildern, und nach den Grenzen, mit denen Sie sich wohlfühlen.

Es gibt keine einheitliche Wartezeit, die für jeden Befund gilt. Wenn Sie Beschwerden haben, können Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an eine Physiotherapeutin wenden, ohne die Nachsorgeuntersuchung abzuwarten; der Befund wird unter Berücksichtigung Ihrer Geburtsart und Ihres Heilungsverlaufs geplant.

Nein. Eine innere Untersuchung wird nicht bei jeder Frau durchgeführt und niemals ohne Ihre Zustimmung. Wenn sie sinnvoll erscheint, erklärt die Physiotherapeutin zunächst, warum und wie sie abläuft; möchten Sie das nicht, kann mit einer äußeren Untersuchung und dem Gespräch weitergearbeitet werden.

Ein Kaiserschnitt bedeutet nicht, dass Sie keine Beckenbodenuntersuchung erhalten können. Die Schwangerschaft selbst wirkt sich auf den Beckenboden aus; zudem werden Bauchwand, Heilung rund um die Narbe und Ihre Alltagsbewegungen je nach Bedarf beurteilt.

Zeitpunkt und Art der Übungen hängen von Ihrem Zustand nach der Geburt und von Faktoren wie Nähten, Geburtsverletzungen oder Schmerzen ab. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Beckenbodenmuskulatur richtig anspannen und entspannen können, lassen Sie sich von einer Physiotherapeutin individuell anleiten, bevor Sie die Übungen steigern.

Urinverlust beim Husten oder bei Bewegung, plötzlicher Harndrang, Stuhlinkontinenz oder starkes Pressen beim Stuhlgang, Beckenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie ein Schwere- oder Druckgefühl in der Scheide können Gründe für eine Untersuchung sein. Diese Symptome können in der Schwangerschaft und nach der Geburt auftreten; auf Beckengesundheit spezialisierte Physiotherapeutinnen bieten dafür Befund und Rehabilitation an.

Harninkontinenz nach der Geburt

Urinverlust kann nach der Geburt vorkommen; das bedeutet aber nicht, dass Sie keine Hilfe bekommen können oder mit den Beschwerden leben müssen. Wenn der Urinverlust immer wieder auftritt, Sie deshalb Sport meiden oder er Ihren Alltag beeinträchtigt, können Sie sich untersuchen lassen.

Wir sprechen darüber, in welchen Situationen Sie Urin verlieren, ob Sie Harndrang haben, wie oft Sie zur Toilette gehen und seit wann die Beschwerden bestehen. Danach wird beurteilt, ob Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur anspannen und entspannen und mit Atmung und Bewegung koordinieren können.

Wichtig ist, dass die Übung die richtigen Muskeln anspricht und die Muskulatur nach der Anspannung wieder loslässt. Deshalb ist es sinnvoller, zuerst die Funktion Ihrer Beckenbodenmuskulatur zu beurteilen und dann die passenden Übungen und die richtige Ausführung festzulegen.

Ja. Harninkontinenz betrifft nicht nur Frauen nach einer vaginalen Geburt; auch die Schwangerschaft selbst kann den Beckenboden beeinflussen. Wenn Sie Beschwerden haben, können Sie sich unabhängig von der Geburtsart untersuchen lassen.

Verstopfung nach der Geburt

Einige Tage nach der Geburt keinen Stuhlgang zu haben, kann vorkommen. Wenn die Beschwerden jedoch zunehmen oder die Verstopfung anhält, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt bzw. Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Diese Sorge kann vor allem nach einem Dammriss oder einem Dammschnitt (Episiotomie) dazu führen, dass Sie den Toilettengang hinauszögern. Versuchen Sie, auf der Toilette nicht die Luft anzuhalten und nicht kräftig zu pressen; bei Schmerzen oder Sorgen wegen Ihrer Nähte holen Sie sich persönlichen Rat von Ihrem Geburtsteam. Wenn die Schwierigkeiten beim Stuhlgang anhalten, können Sie dies auch Ihrer Physiotherapeutin mitteilen.

Stellen Sie die Füße fest auf den Boden; nutzen Sie bei Bedarf einen niedrigen Hocker, sodass Ihre Knie etwas höher als die Hüften sind. Beugen Sie sich leicht nach vorn und versuchen Sie, beim Ausatmen Bauch und Beckenboden zu entspannen. Statt lange zu pressen, ist es angenehmer, aufzustehen und es später noch einmal zu versuchen.

Eine Untersuchung ist angezeigt, wenn Sie häufig pressen müssen, das Gefühl haben, dass der Stuhl am Darmausgang stecken bleibt, sich nicht vollständig entleeren können oder lange auf der Toilette sitzen. Die Physiotherapeutin prüft, ob sich Atmung und Beckenbodenmuskulatur beim Stuhlgang entspannen können, und richtet das Vorgehen nach Ihren Befunden aus.

Stuhlinkontinenz nach der Geburt

Winde nicht halten zu können, ist ein anderes Symptom als Stuhlverlust, betrifft aber ebenfalls die Kontrolle im Bereich des Afters. Wenn es nach der Geburt begonnen hat, häufig vorkommt oder Ihren Alltag beeinträchtigt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder Ihrer Beckenbodenphysiotherapeutin.

Bei manchen Frauen lassen die Beschwerden im Laufe der Heilung nach; wann und in welchem Ausmaß, ist jedoch individuell verschieden. Wenn die Beschwerden anhalten oder zunehmen oder Sie bei der Geburt einen schweren Dammriss hatten, wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam, ohne den Kontrolltermin abzuwarten. Nach Dammrissen mit Beteiligung des Schließmuskels können bei Problemen mit der Darmkontrolle unterstützende Maßnahmen einschließlich Physiotherapie in Betracht gezogen werden.

Zunächst sprechen wir über Art und Häufigkeit des Stuhlverlusts und darüber, wann er begonnen hat, sowie über Ihre Geburtsgeschichte und Darmgewohnheiten. Danach werden die Fähigkeit der Beckenbodenmuskulatur zur Anspannung und Entspannung, ihre Koordination mit der Atmung und bei Bedarf die Funktion der Muskeln rund um den After beurteilt.

Nicht immer. Nicht nur schwache Muskeln, sondern auch Muskeln, die sich nicht im richtigen Moment anspannen oder schwer entspannen, müssen beurteilt werden. Deshalb sollten die Übungen auf Grundlage der Untersuchung und Ihrer Beschwerden geplant werden, und eine Physiotherapeutin sollte entscheiden, ob sie für Sie geeignet sind.

Beckenorgansenkung nach der Geburt

Dieses Gefühl kann bei einer Beckenorgansenkung auftreten, reicht allein aber nicht für eine Diagnose. Auch der Heilungsprozess des Gewebes nach der Geburt oder andere Beckenbodenprobleme können ähnliche Empfindungen verursachen.

Die Symptome können kurz nach der Geburt auffallen oder sich mit der Zeit deutlicher zeigen. Für den Befund ist nicht nur wichtig, wann sie begonnen haben, sondern auch, in welchen Situationen sie zunehmen und wie sie Ihren Alltag beeinflussen.

Zunächst sprechen wir über Ihre Geburts- und Krankengeschichte, darüber, wann das Druckgefühl zunimmt, und über Ihre Blasen- und Darmfunktion. Danach werden Kraft, Entspannung und Koordination der Beckenbodenmuskulatur beurteilt.

Sie müssen nicht auf jede Form von Sport verzichten; welche Bewegungen für Sie geeignet sind, hängt jedoch von Ihren Beschwerden ab. Wenn Druck, Schweregefühl oder ein Vorwölbungsgefühl in der Scheide bei Aktivität zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, um Art und Intensität des Trainings zu überprüfen.

Um zu klären, worum es sich bei der Vorwölbung handelt, ist eine ärztliche Untersuchung nötig. Wenn Sie dabei Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang haben, erwähnen Sie das unbedingt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei Senkungsbeschwerden richten sich nach Ihren Beschwerden und dem Untersuchungsbefund; in manchen Fällen kann die Ärztin oder der Arzt auch Möglichkeiten wie ein vaginales Stützpessar in Betracht ziehen.

Rektusdiastase

Beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Anspannen der Bauchmuskeln kann Ihnen eine Vorwölbung oder kuppelartige Erhebung in der Mittellinie auffallen. Dieses Erscheinungsbild allein ist keine Diagnose; eine Physiotherapeutin oder eine Ärztin bzw. ein Arzt beurteilt Ihre Bauchwand und deren Funktion. Bei einer deutlichen Schwellung oder Schmerzen kann zusätzlich eine ärztliche Untersuchung nötig sein.

Training hilft, Kraft und Bewegungskontrolle der Bauchwand zu verbessern. Wie stark sich der Abstand zwischen den Muskeln verändert, ist individuell unterschiedlich. Deshalb wird das Übungsprogramm auf Grundlage des Befunds erstellt. Die European Hernia Society (Europäische Herniengesellschaft) gibt an, dass Physiotherapie in Betracht gezogen werden kann, bevor operative Möglichkeiten erwogen werden.

Sie müssen nicht auf jede Bauchmuskelübung verzichten. Wenn es bei einer Übung zu einer deutlichen Vorwölbung in der Mittellinie, zu Schmerzen oder zu Kontrollproblemen kommt, können Ausführung, Schwierigkeitsgrad oder Atmung angepasst werden. Welche Übungen für Sie passen, wird anhand des Befunds und Ihrer Ziele entschieden.

Ja. Eine Rektusdiastase hängt mit der Dehnung der Bauchwand in der Schwangerschaft zusammen und kann nach jeder Geburtsart auftreten. Im Befund werden neben der Geburtsart auch Heilungsverlauf und Beschwerden berücksichtigt.

Nein. Die Abstandsmessung ist nur ein Teil des Befunds; auch die Spannung der Bauchwand, die Arbeitsweise der Muskeln sowie Atmung und Bewegungskontrolle sind wichtig. Das 2-cm-Kriterium der European Hernia Society hilft bei der Definition, bestimmt allein aber weder den Übungsbedarf noch den Behandlungsplan.

Physiotherapie nach Kaiserschnitt

Frühe Bewegungen im Krankenhaus oder nach der Entlassung richten sich nach den Empfehlungen Ihres Behandlungsteams und Ihrem Allgemeinzustand. Für einen umfassenderen physiotherapeutischen Befund gibt es keinen festen Startzeitpunkt; Wundheilung, Schmerzen und Ihre Bedürfnisse werden berücksichtigt. Holen Sie sich den Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein, bevor Sie mit Sport oder Narbenarbeit beginnen.

Eine Massage kann in Betracht gezogen werden, wenn die Wunde vollständig verschlossen ist und kein Schorf, kein Ausfluss und keine Anzeichen einer Infektion mehr vorhanden sind. Wenn die Wunde noch heilt oder sich rund um die Narbe Rötung, Überwärmung oder Ausfluss zeigen, massieren Sie nicht; wenden Sie sich an Ihre medizinische Fachperson.

Sechs Wochen bedeuten nicht automatisch eine Freigabe für Sport. Das NICE empfiehlt, zu Aktivitäten wie Autofahren, dem Tragen schwerer Lasten und regelmäßigem Sport zurückzukehren, wenn Sie sich vom Kaiserschnitt vollständig erholt fühlen und keine Schmerzen oder körperlichen Einschränkungen haben. Wenn Sie unsicher sind, wie weit Ihre Heilung ist, lassen Sie sich von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin persönlich beurteilen.

Gefühlsveränderungen und Spannungsgefühl rund um die Narbe werden im Befund berücksichtigt. Nach abgeschlossener Wundheilung beurteilt die Physiotherapeutin Empfindlichkeit, Berührungsempfinden und Narbenbeweglichkeit und legt danach das passende Vorgehen fest. Wenn Ihre Beschwerden zunehmen oder sich das Aussehen der Wunde verändert, wenden Sie sich zuerst an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Bauchmuskelübungen sollten unter Berücksichtigung der Wundheilung und Ihrer Beschwerden ausgewählt werden. Anfangs können leichtere Übungen mit Atmung und Rumpfkontrolle passend sein; der Schwierigkeitsgrad wird mit der Zeit schrittweise gesteigert. Setzen Sie keine Bewegungen fort, die Schmerzen oder deutliche Beschwerden rund um die Narbe verursachen.

Dammschnitt und Dammrehabilitation

Wenn Sie beim Sitzen oder Gehen Schmerzen am Damm, ein Spannungsgefühl rund um die Narbe oder Berührungsempfindlichkeit haben, können Sie eine Untersuchung in Anspruch nehmen. Sprechen Sie mit Ihrer Physiotherapeutin auch über Schwierigkeiten beim Toilettengang, beim Sport oder beim Geschlechtsverkehr. Die Untersuchung hilft zu verstehen, mit welchen Geweben und Bewegungen Ihre Beschwerden zusammenhängen könnten.

Nein. Neben der Kraft der Beckenbodenmuskulatur werden auch ihre Fähigkeit zur Entspannung, ihre Koordination und ihr rechtzeitiges Anspannen beurteilt. Je nach Bedarf können Atemübungen, Bewegungsanpassungen, Muskelwahrnehmung oder – nach vollständiger Wundheilung – Narbenarbeit geplant werden.

Die Wundheilung hat Vorrang. Berührung oder Massage des Narbengewebes kommt erst in Frage, wenn die Wunde vollständig geschlossen ist und eine medizinische Fachperson zugestimmt hat. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Wundheilung haben, sprechen Sie vor Beginn der Physiotherapie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Beckenschmerzen nach der Geburt

Ja. Schmerzen beim Gehen, Umdrehen im Bett, Treppensteigen oder Stehen auf einem Bein können mit der Funktion des Beckengürtels und der umliegenden Muskulatur zusammenhängen. Die Physiotherapeutin beurteilt die schmerzverstärkenden Bewegungen sowie Ihre Rumpf- und Hüftkontrolle bei Bewegung und erstellt einen passenden Plan für Sie.

Nicht bei jedem Beckenschmerz ist es sinnvoll, sofort mit Beckenbodenübungen zu beginnen. Neben der Muskelkraft werden auch die Entspannungsfähigkeit und die Koordination mit anderen Muskelgruppen beurteilt. Die Übungen sollten nach einer physiotherapeutischen Untersuchung entsprechend Ihren Beschwerden ausgewählt werden.

Sie müssen nicht unbedingt jede Aktivität ganz aufgeben; Belastungen und Bewegungen, die den Schmerz deutlich verstärken, sollten jedoch vorübergehend angepasst werden. Die Physiotherapeutin hilft Ihnen, Tätigkeiten wie das Tragen des Babys, das Heben vom Boden und den Wiedereinstieg in den Sport an Ihre aktuelle Belastbarkeit anzupassen.

Schmerzen beim Sex nach der Geburt

Ja, besonders in den ersten Monaten nach der Geburt können Schmerzen auftreten; dass sie häufig sind, bedeutet aber nicht, dass Sie sie ignorieren sollten. Wenn die Schmerzen anhalten, zunehmen oder Nähe erschweren, können Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder einer Beckenboden-Physiotherapeutin sprechen.

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, der für alle gilt. Die Heilung der Nähte, das Ende der Blutung, Ihr körperliches Wohlbefinden und ob Sie sich bereit fühlen, werden gemeinsam berücksichtigt. Wenn es beim ersten Versuch schmerzt, müssen Sie nicht weitermachen; es gibt auch Formen der Nähe ohne Penetration.

Nicht bei jeder Form von Schmerzen beim Sex sind Kegel-Übungen geeignet. Ist die Beckenbodenmuskulatur bereits angespannt, kann eine reine Konzentration auf das Anspannen Ihre Beschwerden verstärken. In der physiotherapeutischen Untersuchung wird sowohl die Anspannungs- als auch die Entspannungsfähigkeit der Muskulatur geprüft; die Übungen werden entsprechend ausgewählt.

Scheidentrockenheit kann beim Geschlechtsverkehr Reibung und Beschwerden verursachen; der NHS (britischer Gesundheitsdienst) weist darauf hin, dass Schmerzen nach der Geburt manchmal mit Trockenheit zusammenhängen. Gleitmittel auf Wasserbasis können für manche Frauen angenehmer sein. Wenn Trockenheit oder Schmerzen anhalten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Zurück zum Sport nach der Geburt

Wann Sie wieder leichte Bewegung aufnehmen können, hängt von der Art der Geburt, der Heilung und Ihrem Gesundheitszustand ab; einen einheitlichen Starttermin gibt es nicht. Vor dem Übergang zu intensiverem Training sollten Schmerzen, Blutungen, Beckenbodenbeschwerden und Ihre Belastbarkeit beurteilt werden. Nach einem Kaiserschnitt oder Komplikationen sprechen Sie vor intensivem Training mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Die Nachuntersuchung nach sechs Wochen ist eine Gelegenheit, mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt über die Heilung zu sprechen; sie allein bedeutet nicht, dass Sie für jede Form von Training bereit sind. Für Laufen, Springen und schweres Krafttraining sollten Ihre Beschwerden, die Gewebeheilung und Ihre Belastbarkeit berücksichtigt werden.

Unterbrechen Sie die Bewegung und beobachten Sie, bei welcher Übung und welcher Intensität die Beschwerde auftritt. Tritt sie wiederholt auf, passen Sie Art, Belastung oder Technik der Übung gemeinsam mit Ihrer Physiotherapeutin an. Zusammen mit einer Beckenbodenuntersuchung wird ein passender Trainingsplan für Sie erstellt.

Nach einem Kaiserschnitt fließen auch der Bauchschnitt und seine Heilung in die Untersuchung ein. Der Übergang von Alltagsbewegungen zu intensiverem Training erfolgt stufenweise unter Berücksichtigung von Schmerzen und Narbenheilung.

Allein die Zeit seit der Geburt reicht für diese Entscheidung oft nicht aus. Die Physiotherapeutin beurteilt Ihre Kraft, Ihr Gleichgewicht, Ihr Gehen und Ihre Kontrolle bei Bewegungen mit höherer Belastung sowie, ob beim Training Beckenbodenbeschwerden auftreten. Der Plan für den Wiedereinstieg richtet sich nach diesen Befunden und Ihren Zielen.

Beckenboden-Check vor der Schwangerschaft

Zur Untersuchung kommen können Frauen mit Harninkontinenz, häufigem Harndrang, Verstopfung, Schwierigkeiten beim Stuhlgang, Beckenschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, mit unerfülltem Kinderwunsch (Unfruchtbarkeit) oder mit Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Wer bereits wegen des Beckenbodens behandelt oder operiert wurde, kann ebenfalls die aktuelle Funktion und den eigenen Bedarf mit der Physiotherapeutin besprechen.

Auch ohne Beschwerden können Sie ein Gespräch vereinbaren, um Ihren Körper und Ihre Beckenbodenmuskulatur besser kennenzulernen. Die Physiotherapeutin legt anhand Ihrer Vorgeschichte und Ihrer Ziele fest, welche Bereiche der Untersuchung für Sie sinnvoll sind.

Nein. Die Übungen werden nach Muskelkraft, Anspannungs- und Entspannungsfähigkeit, Beschwerden und Zielen ausgewählt. Bei übermäßiger Muskelspannung oder Schmerzen ist es möglicherweise nicht sinnvoll, sich nur auf Anspannungsübungen zu konzentrieren.

Physiotherapie bei unerfülltem Kinderwunsch

In der Physiotherapie werden Bereiche wie Beckenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die Funktion der Beckenbodenmuskulatur und Bewegungseinschränkungen im Bauch- und Beckenbereich beurteilt. Der Ansatz richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihrer medizinischen Behandlung.

Es gibt Studien zur Wirkung von Manualtherapie und Physiotherapie auf die Schwangerschaftsraten, doch die Evidenz ist begrenzt und die Studienmethoden sind unterschiedlich. Eine Übersichtsarbeit von 2024 stufte die Evidenzqualität der Studien zur manuellen Therapie als niedrig bis mittel ein und wies auf Einschränkungen wie kleine Stichproben und fehlende Kontrollgruppen hin. Physiotherapie ist daher nicht als Kinderwunschbehandlung zu verstehen, sondern kann gemeinsam mit Ihrem Kinderwunschteam für physiotherapeutische Ziele eingesetzt werden, die sich in Ihrer Untersuchung als sinnvoll erwiesen haben.

Manualtherapie wird anhand der Untersuchungsbefunde und der klinischen Einschätzung der Physiotherapeutin geplant. Techniken, die das Gewebe und die Beweglichkeit im Beckenbereich betreffen, werden Ihnen erklärt; ihre Eignung wird unter Berücksichtigung Ihrer Krankengeschichte und mit Ihrer Einwilligung beurteilt. Diese Techniken ersetzen keine medizinische Kinderwunschdiagnostik.

Ja, besonders bei Beckenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Empfindlichkeit rund um eine Narbe oder Bewegungseinschränkungen kann eine physiotherapeutische Untersuchung sinnvoll sein. Ihre Diagnose und die durchgeführten Eingriffe werden berücksichtigt; der Ansatz richtet sich nach Ihren Beschwerden. Diagnose und Behandlung der Endometriose liegen bei Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Es ist sinnvoll, Ihren Bedarf an Physiotherapie und deren zeitliche Planung mit Ihrem IVF-Team abzusprechen. Besonders während der ovariellen Stimulation, der Eizellentnahme oder des Embryotransfers sollte die Wahl der Techniken auf Ihren Behandlungsplan und die Empfehlungen Ihres Behandlungsteams abgestimmt werden.

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