Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie)

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie)

Ein stechendes Gefühl beim Sitzen, Pressen auf der Toilette, Schmerzen, die bei längerem Stillsitzen zunehmen ... All das kann von Verspannungen oder Verletzungen im Bereich des Steißbeins (Os coccygis) herrühren. Vor allem Stürze, eine schwere Geburt, eine ungünstige Sitzhaltung und Funktionsstörungen des Beckenbodens können das Steißbein empfindlich machen. Mit der Zeit können Schmerzen in diesem Bereich den Alltag beeinträchtigen und chronisch werden. Zum Glück lassen sich Steißbeinschmerzen mit der richtigen Physiotherapie unter Kontrolle bringen, und Sie gewinnen Ihre Lebensqualität zurück.

Steißbeinschmerzen, medizinisch Kokzygodynie genannt, sind ein Problem, das die Lebensqualität mindert, aber oft ignoriert wird. Sie treten besonders häufig bei Menschen auf, die lange sitzen, ein Kind geboren haben, gestürzt sind oder an chronischen Beckenschmerzen leiden. Manchmal entstehen sie auch ohne erkennbare Verletzung.

Wo liegt das Steißbein?

Das Steißbein ist die kleine knöcherne Struktur am untersten Ende der Wirbelsäule, auch "Os coccygis" genannt. Eigentlich ist es der Überrest unseres Schwanzes. Es gehört zu den Punkten, die beim Sitzen das Körpergewicht tragen, und ist von zahlreichen Muskeln, Bändern und Nerven umgeben.

Warum tut das Steißbein weh?

Steißbeinschmerzen können viele Ursachen haben. Hier die häufigsten:

  • Verletzung nach einem Sturz oder Aufprall

  • Langes Sitzen (vor allem auf harten Unterlagen)

  • Starke Belastung während der Geburt

  • Fehlhaltung / ungünstige Sitzhaltung

  • Verspannte Beckenbodenmuskulatur

  • Muskuläre Dysbalancen (Zusammenspiel von Lendenwirbelsäule, Rücken und Becken)

  • In manchen Fällen lässt sich keine Ursache finden (idiopathisch)

Welche Symptome haben Steißbeinschmerzen?

  • Schmerzen vor allem beim Sitzen oder beim Aufstehen aus dem Sitzen

  • Ein unangenehmes Gefühl, das in den unteren Rücken ausstrahlt

  • Druck oder Schmerzen beim Stuhlgang

  • Empfindlichkeit während oder nach dem Geschlechtsverkehr

  • Stärkere Schmerzen während der Periode (bei manchen Frauen)

Wie werden Steißbeinschmerzen behandelt?

Die wichtigste Botschaft lautet: Sie müssen diese Schmerzen nicht aushalten.
Mit Physiotherapie lassen sich bei Steißbeinschmerzen sehr gute Ergebnisse erzielen. Mein klinischer Ansatz umfasst folgende Schritte:

  • Ausführliche Haltungs- und Bewegungsanalyse
  • Untersuchung der Beckenbodenmuskulatur
  • Manuelle Therapie und Mobilisationstechniken
  • Atem- und Körperwahrnehmungsübungen
  • Schulung für richtiges Sitzen und Bewegen im Alltag
  • Heimübungsprogramm und bei Bedarf Kinesio-Taping

In manchen Fällen können zusätzlich Biofeedback, Techniken zur Lösung tiefer Gewebeschichten oder Übungen zur Regulation des Nervensystems in die Behandlung einbezogen werden.

Steißbeinschmerz ist nicht gleich Steißbeinschmerz

Die Schmerzen jeder Patientin und jedes Patienten haben unterschiedliche Ursachen. Deshalb braucht es keine Übungen von der Stange, sondern eine individuelle Untersuchung und einen ganzheitlichen Ansatz. Wenn Ihre Steißbeinschmerzen seit Wochen anhalten, Sitzen zur Qual geworden ist oder Ihr Alltag darunter leidet, ist es sehr wichtig, sich fachliche Unterstützung zu holen.

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) FAQ

Zu den häufigsten Ursachen von Steißbeinschmerzen gehören Stürze, die Geburt, langes Sitzen, ungünstige Sitzgewohnheiten und eine verspannte Beckenbodenmuskulatur. Manchmal entstehen sie auch ohne erkennbaren Grund.

In manchen akuten Fällen können sie innerhalb weniger Tage nachlassen. Schmerzen, die wochenlang anhalten und das Sitzen erschweren, erfordern jedoch professionelle Hilfe. Wer einfach abwartet, riskiert, dass die Schmerzen chronisch werden.

Wenn die Schmerzen länger als 1–2 Wochen anhalten, im Sitzen unerträglich werden oder Ihren Stuhlgang beeinträchtigen, ist es ratsam, eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten aufzusuchen.

Ein weiches Kissen verschafft vorübergehend Erleichterung, beseitigt aber nicht die Ursache der Schmerzen. Diese liegt meist in der Muskulatur, den Gelenken oder der Haltung.

Am Steißbein setzt ein Teil der Beckenbodenmuskulatur an. Ist diese Muskulatur zu verspannt, zu schwach oder schlecht koordiniert, kann das die Schmerzen verstärken. Die Behandlung muss deshalb gezielt auf diese Muskeln eingehen.

Sie sind häufig, aber nicht „normal“. Bei der Geburt kann das Steißbein überlastet werden oder sich verschieben. Mit einer gründlichen Untersuchung und Physiotherapie bessern sich diese Schmerzen in der Regel.

Tuğçe Atalay

Autorin: , Fachphysiotherapeutin

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Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und Ihre Physiotherapeutin oder Ihren Physiotherapeuten.

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