Wie wird sie angewendet?

Die Beckenbodenrehabilitation wird von spezialisierten Beckenboden-Physiotherapeutinnen und -Physiotherapeuten durchgeführt.

Die Beckenbodenrehabilitation wird von spezialisierten Beckenboden-Physiotherapeutinnen und -Physiotherapeuten durchgeführt. Die Beckenbodensitzungen finden in einem separaten Raum statt, damit sich die Frauen wohlfühlen. Eine Sitzung dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Der Behandlungsplan wird individuell erstellt. Im Folgenden finden Sie kurze Informationen zu den Behandlungsmethoden:

Blasen- und Darmschulung

Die Blasen- und Darmschulung findet in der ersten Behandlungssitzung in Form einer Präsentation statt. Mithilfe einfacher Videos und anatomischer Modelle wird erklärt, wie die Behandlung genau funktioniert, wo die Beckenbodenmuskulatur liegt und welche Aufgaben sie hat und wie Wasserlassen und Stuhlgang physiologisch ablaufen.

Auf Grundlage der Untersuchungen wird für jede Frau ein individuelles Blasen- und Darmprogramm erstellt, das Veränderungen im Alltag umfasst – etwa regelmäßiges Wasserlassen und Trinken, feste Zeiten für den Stuhlgang, die richtige Toilettenhaltung sowie Ess- und Trinkgewohnheiten.

Biofeedback-Therapie

Auf Bauch und Perianalregion (den Bereich um den After) werden Oberflächenelektroden in Form von Klebepads angebracht. Die Pads bzw. Kabel werden anschließend mit einem Computersystem verbunden, das die Werte grafisch darstellt.

Die von den Klebepads übermittelten Daten zeigen die Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur. Dieses Biofeedback-System hilft mithilfe von Videospielen, die Beckenbodenmuskulatur anzuspannen und zu entspannen. Spannt man zum Beispiel die Beckenbodenmuskulatur an, bewegt sich eine Hasenfigur nach oben, entspannt man sie, bewegt sie sich nach unten. So lässt sich die Kontrolle über die Muskulatur leichter erlernen.

Training der Zwerchfellatmung

Die Beckenbodenmuskulatur arbeitet eng mit dem Zwerchfell, dem wichtigsten Atemmuskel, zusammen. Die Zwerchfellatmung hilft der Beckenbodenmuskulatur, sich zu entspannen und zu bewegen. Das Atemtraining erfolgt schrittweise:

  • Erlernen der Zwerchfellatmung,
  • Biofeedback-gestütztes Atemtraining,
  • Atemtraining mit Blasinstrumenten und Atemtrainern,
  • Zwerchfellatmung in verschiedenen Positionen,
  • Atemtraining gegen Widerstand, z. B. mit einem Luftballon,
  • Mit der Atmung kombinierte Beckenbodenübungen

Manuelle Therapie (Massagetechniken)

Funktionsstörungen der Beckenbodenmuskulatur oder Darmprobleme können zu Verspannungen in der Muskulatur führen. Nachdem diese Verspannungen mit Massagetechniken gelöst wurden, wird die Beweglichkeit des Gewebes wiederhergestellt. Einige Beispiele für die eingesetzten Massagetechniken:

  • Techniken zur Entspannung der Bauchmuskulatur,
  • Darmmassage zur Förderung der Darmbewegung,
  • Techniken zur Verbesserung der Beweglichkeit von Lendenwirbelsäule und Becken,
  • Techniken zur Entspannung des Zwerchfells und viele weitere.

Funktionelles Übungstraining

Die Beckenbodenmuskulatur ist eine Muskelgruppe, die am tiefsten im Körper liegt. Sie arbeitet mit dem Atemmuskel Zwerchfell und der tiefen Bauchmuskulatur zusammen. Deshalb gehört zur Behandlung immer auch ein Übungsprogramm für diese Muskeln.

  • Haltungsübungen
  • Übungen zur Rumpfstabilisation
  • Dehnübungen
  • Entspannungsübungen

Neuromodulation und Elektrostimulation

Ziel ist es, die Nerven, die zur Blase und zur Beckenbodenmuskulatur führen, mit einem Elektrostimulationsgerät zu reizen und so die normale Funktion der Blasenmuskulatur wiederherzustellen.

Techniken zur Erleichterung der Blasenentleerung

Wasserlassen und Stuhlgang beruhen darauf, dass der Druck im Bauchraum richtig weitergeleitet wird. Um diesen Druck richtig zu übertragen, werden die Stimmbänder und die Rumpfmuskulatur eingesetzt. Diese Methode ist besonders bei Patientinnen und Patienten mit neurogener Blase und Restharn sehr wirksam.

Sensibilitätstraining

Vor allem bei Nervenschädigungen (Spina bifida) oder strukturellen Fehlbildungen (Analatresie) kann das Empfinden im Bereich um den After vermindert sein. Da eine bessere Wahrnehmung auch die Muskelbewegung verbessert, gehört ein Sensibilitätstraining für die Beckenbodenmuskulatur ebenfalls zur Behandlung.

Übungen zur Körperwahrnehmung

Ein Teil der Frauen mit Blasen- und Darmproblemen oder sexuellen Funktionsstörungen hat eine verminderte Körperwahrnehmung. Frauen mit verminderter Körperwahrnehmung spüren den Harn- oder Stuhldrang eher nicht und verlieren daher häufiger unwillkürlich Urin oder Stuhl. Deshalb gehören bei Bedarf auch Übungen zur Körperwahrnehmung zur Behandlung.

Für ausführlichere Informationen und Termine erreichen Sie uns unter der Nummer +90 533 136 09 75.

Tuğçe Atalay

Autorin: , Fachphysiotherapeutin

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Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und Ihre Physiotherapeutin oder Ihren Physiotherapeuten.

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