Mandeln, Polypen und Bettnässen

Mandeln, Polypen und Bettnässen

Welcher Zusammenhang könnte bestehen?

Bettnässen (Enuresis nocturna) ist ein Zustand, der sich bei vielen Kindern mit der Zeit von selbst bessert. Bei manchen Kindern kann dieser Prozess jedoch länger dauern und auch nach dem 4. bis 5. Lebensjahr anhalten. In solchen Fällen ist es wichtig, sowohl medizinische als auch verhaltensbezogene Ursachen gemeinsam zu betrachten.

Verstopfung, eine unzureichend funktionierende Beckenbodenmuskulatur oder eine schwache Kommunikation zwischen Gehirn und Blase sind häufige Ursachen für Einnässen. Aber auch anatomische Faktoren wie vergrößerte Polypen oder Mandeln können nächtliches Einnässen begünstigen.

Der Zusammenhang zwischen Mandeln und Bettnässen

Die Gaumenmandeln sind Gewebe im hinteren Rachenbereich, die das Immunsystem unterstützen. Wenn Kinder häufig Halsentzündungen haben, können sich die Mandeln vergrößern. Diese Vergrößerung kann vor allem im Schlaf die Atemwege verengen und zu Schnarchen oder Schlafapnoe führen.

Eine erschwerte Atmung im Schlaf stört die Struktur und Tiefe des Schlafs. Das kann die Fähigkeit des Kindes beeinträchtigen, eine volle Blase wahrzunehmen, und so die Wahrscheinlichkeit für Bettnässen erhöhen.

Vergrößerte Polypen und Mundatmung

Die Rachenmandel (im Volksmund „Polypen“) liegt im hinteren Teil der Nase und hilft, in den Körper eindringende Keime abzuwehren. Durch Allergien oder wiederkehrende Infekte kann sie sich jedoch vergrößern. Vergrößerte Polypen führen zu einer verstopften Nase und damit zur Mundatmung.

Mundatmung im Schlaf verringert die Sauerstoffversorgung und verschlechtert die Schlafqualität. Auch das kann nächtliches Einnässen verstärken. Zudem können vergrößerte Polypen wiederkehrende Mittelohrentzündungen verursachen und den Nachtschlaf des Kindes noch stärker unterbrechen.

Kann Mundatmung das Bettnässen beeinflussen?

Ja. Ein erheblicher Teil der Kinder mit vergrößerten Polypen oder Mandeln gewöhnt sich an, vor allem nachts durch den Mund zu atmen. Zusammen mit Beschwerden wie Schnarchen, unruhigem Schlaf und Mundtrockenheit kann dies auch nächtliches Einnässen begünstigen.

Selbst wenn Polypen oder Mandeln operativ entfernt werden, behalten manche Kinder die Mundatmung bei, weil sie sich daran gewöhnt haben. Deshalb reicht die Operation allein nicht aus – auch die Atemgewohnheiten müssen angegangen werden.

Warum ist Atemtraining so wichtig?

Mit Atemübungen können Kinder wieder lernen, durch die Nase und damit gesünder zu atmen. Diese Gewohnheit hilft nicht nur dabei, nachts trocken zu werden, sondern trägt auch zur allgemeinen Gesundheit bei.

Atemtraining:

  • verbessert die Schlafqualität → weniger nächtliches Aufwachen und weniger Einnässen

  • lindert eine verstopfte Nase

  • verbessert allergische Beschwerden

  • unterstützt Bereiche wie Aufmerksamkeit, Konzentration und sensorische Regulation

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich bei Kindern, die Atemtraining machen, die Asthmakontrolle verbessert, der Medikamentenbedarf sinkt und die Schlafqualität steigt. Angesichts des Zusammenhangs zwischen Schlafqualität und Blasenkontrolle kann Atemtraining ein wirksames Mittel sein, um diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Tuğçe Atalay

Autorin: , Fachphysiotherapeutin

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Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und Ihre Physiotherapeutin oder Ihren Physiotherapeuten.

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